Die vernunftbetonte Religion – Islam in der Moderne des 19. Jh. am Beispiel Osmân Selâhaddîn Dedes und Hatîce Nakîye Hanıms

Universitätskommunikation

Vortrag von Prof. Dr. Erdal Toprakyaran (Universitäten Luzern und Tübingen) vom 14. April 2021 im Rahmen der Ringvorlesung «Zwischen Erneuerung und Widerstand – Reaktionen von Religionen auf moderne Zeiten»

Der Beitrag zeigt anhand von zwei bislang wenig bekannten Persönlichkeiten, dass die Moderne des 19. Jahrhunderts auch das Osmanische Reich geprägt hat. Osmân Selâhaddîn Dede (gest. 1887) war das Oberhaupt des sufischen Mevlevi-Ordens und zugleich ein Unterstützer der politischen Reformbewegung. Zu seinen Schülerinnen zählte Hatîce Nakîye Hanım (gest. 1899), die nicht nur eine angesehene Dichterin, sondern auch eine engagierte Lehrerin und Iranistin war. Für beide ist nicht nur der Sufismus, sondern auch der Islam als Ganzes, ein Weg der Vernunft und der Liebe zugleich, weshalb sie sich auch für eine modernere und insbesondere gerechtere Gesellschaft eingesetzt haben.