Emanzipation und Erziehung: jüdische und säkulare Bildung

Universitätskommunikation

Vortrag von Dr. Valérie Rhein (Universität Luzern) vom 31. März 2021 im Rahmen der Ringvorlesung «Zwischen Erneuerung und Widerstand – Reaktionen von Religionen auf moderne Zeiten»

Tradition und Moderne miteinander verbinden: Das wollten junge jüdische Intellektuelle zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit der «Wissenschaft des Judentums» im Kontext der Haskala, der jüdischen Aufklärung. Prägend für die jüdische und säkulare Bildung war damals auch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht, die in Europa schrittweise Einzug hielt. Denn parallel zum Grundschulbesuch eröffnete sie den Frauen Zugang zu jüdischem Wissen, das ihnen bisher weitgehend verwehrt war – eine Entwicklung, die im 20. Jahrhundert schliesslich zur rabbinischen Ordination von Frauen führte.