Schiffe und Übergänge

Mit Audio, Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Die Einwohnerinnen und Einwohner des südlichsten Teils von Sumatra bezeichnen sich als Volk des Meeres. Über viele Jahrhunderte begriffen sie sich als Crew eines Schiffes, das zwischen Wasser und Himmel treibt. Diese Vorstellung veranschaulichten sie unter anderem mit faszinierenden, von Frauen in einer aufwendigen Musterungstechnik geschaffenen Textilien. Diese Tücher zeigen phantastisch ausgeführte Schiffe mit einer vielfältigen Besatzung an Menschen und Tieren. Es handelt sich bei den in Rot-, Blau- und Gelbtönen mal figürlicher, mal abstrakter gestalteten Textilien um wirkmächtige Gewebe, die wichtige gesellschaftliche Anlässe und Rituale des Lebenszyklus und des Übergangs begleiteten. Seit nunmehr hundert Jahren werden sie aufgrund von veränderten sozialen, religiösen und ökonomischen Bedingungen nicht mehr hergestellt. Die Schau präsentiert erstmals einen Grossteil der Schiffstücher des Völkerkundemuseums und damit zugleich auch ein vielschichtiges Kapitel der Forschungs- und Sammlungsgeschichte der Zürcher Ethnologie.