Die verschwundene Universität

Universitätskommunikation

19 December 2022, 405 views

Bis im September 2011 gingen in Luzern Stadt und Universität fliessend ineinander über: Mit ihren Büros und Unterrichtsräumen war die Universität Luzern auf über 20 grosse und kleine Standorte in der ganzen Stadt verteilt – in Hotels, Wohnvierteln und Bürohäusern. Das offizielle Hauptgebäude mit den zentralen Diensten, Hörsälen  einer Bibliothek befand sich damals an der Pfistergasse. Am meisten Campus-Atmosphäre bot jedoch das Hotel Union. Hier wurden ehemalige Gästezimmer zu Büros umfunktioniert, und wo früher Feiern stattfanden, gab es nun Vorlesungen. Da eine Mensa oder ein sonstiger offizieller Begegnungsort fehlte, traf man sich in den umliegenden Cafés und Restaurants wie im «Meridiani», im «Lokal» oder in demjenigen im «Bourbaki»- Gebäude. Mit seinen Kinosälen dienten die Bourbaki auch für Lehrveranstaltungen.

Mit dem Bezug des jetzigen zentralen Standortes im ehemaligen Postbetriebsgebäude an der Frohburgstrasse beim Bahnhof endete dieses Kapitel in der Geschichte der Universität, und schon bald deutete an den früheren Standorten in der Stadt nichts mehr auf die Institution hin. Aus diesem Grund hatte das damalige Team der Professur für Wissenschaftsforschung im Frühjahr und Sommer 2011 diese heute verschwundene Universität in einem Video festgehalten. Aus vier Perspektiven erhält man so einen Einblick in das Studieren, Lehren und Forschen an der Universität, die «nirgendwo wirklich und eben doch überall ein bisschen» war.

Text: «cogito» – Das Wissensmagazin der Universität Luzern, Rubrik «Fundstück», Printausgabe Nr. 10, Dezember 2022, und online

Video: © Universität Luzern, Professur für Wissenschaftsforschung: Monika Nideröst, Julia Müller, Hyo Yoon Kang, Christoph Hoffmann, Luzern 2011

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